Was ist ein Plot und sollte man für jeden Roman einen Plot entwickeln?
Bild, auf der eine Person am Tisch sitzt und in ein aufgeschlagenes Notizbuch schreibt. Daneben steht eine Kaffeetasse und auf der anderen Seite liegt ein Blumenstrauß. Bildtext: Was ist eigentlich ein Plot?

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Wenn es um das Schreiben von Geschichten geht, scheiden sich die Geister oft schon beim Thema Plot. Manche Autoren plotten ihre Story im Voraus, andere entdecken sie erst im Schreibprozess – zumindest so die Aussage der Plotter & Panster. Die meisten Autoren und Autorinnen sind wohl irgendwo dazwischen.

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Welche Plotmethode gewählt wird, hängt tatsächlich stark vom eigenen Schreibtyp ab. Alle Methoden bzw. Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile. Diesen sollte man sich bewusst sein und zumindest mal – auch als Panster – in die möglichen Methoden hineingeschnuppert haben.

Nichtsdestotrotz: auch wenn man sich als Autor*in nicht aktiv für das Plotten der Geschichte entschieden hat, so hat doch jede Geschichte – egal, ob Buch oder Film – einen Plot. Wieso? Das möchte ich dir in diesem Beitrag zeigen.

Was genau heißt eigentlich Plot?

Genau diese Frage habe ich mir damals gestellt, als ich mit dem Schreiben und mit meinem Sprachstudium angefangen habe. Ist ja auch logisch, oder? Ein Plot oder die verschiedenen Plotmuster beziehungsweise -methoden begegnen einem beim Schreiben – egal, ob Buchmanuskript oder Drehbuch – immer und immer wieder.

Doch was ist nun eigentlich ein Plot? Tja, diese Frage lässt sich auf viele verschiedene Arten beantworten. Ein paar Definitionen des Begriffs „Plot“ habe ich dir hier mal rausgesucht:

„Ein Plot ist die stichwortartige, chronologische Aufzählung aller Ereignisse, die du für deine Geschichte planst.“

„Ein Plot ist die Handlungsstruktur eines dramatischen oder erzählenden Textes und demzufolge der Grundriss der (in Kurzform nacherzählbaren) Handlung.“

Mir persönlich gefällt diese Definition sehr gut:

„Der Plot ist der Handlungsfaden einer Geschichte, mit Konzentration auf die inneren Zusammenhänge zwischen den Ereignissen. Jeder Vorgang ist Ursache der nachfolgenden Wirkung oder Wirkung der vorhergehenden Ursache.“

Maria Koettnitz

So viel zur Theorie … Es ist also klar, jede Geschichte hat einen Plot, denn jede Geschichte hat eine Handlung. Manchmal ist die Handlung besonders gut ausgearbeitet, manchmal gibt es zahlreiche Lücken in der Geschichte – auch Plot Holes oder Plotlücken genannt. Plotter machen sich im Voraus Gedanken über ihre Geschichte und arbeiten sie, ja nach Vorliebe, sehr detailliert aus. Andere gehören zu den Panstern, schreiben also mehr oder weniger drauflos. Wobei gesagt werden muss, dass die meisten Panster vor dem Schreiben bereits eine Handlung im Kopf haben und nicht ohne Idee und Ziel drauflos schreiben.

Eine spannende Story braucht einen echten Plot!

Egal, wie du nun zu deinem Plot kommst: Ein paar Dinge sind essenziell, um eine Geschichte wirklich gut zu machen: die Botschaft deiner Geschichte, der zentrale Konflikt in der Geschichte und die Hauptfiguren mit ihren inneren Themen, also Emotionen oder Werten etc.

Angenommen, du hast bereits eine Idee und du weißt, wie deine Geschichte endet. Du hast dich mit deinen Charakteren bzw. Figuren beschäftigt und hast diese klar vor Augen beziehungsweise bereits ausformulierte Charakterblätter verfasst. Du weißt, welche Botschaft du mit deiner Geschichte transportieren möchtest und du weißt, welcher der zentrale Konflikt deiner Hauptfigur ist. Und zwar sowohl der äußere Konflikt als auch den inneren Konflikt – sprich Emotionen, Werte, Weltanschauungen, die dazu führen, dass sich deine Hauptfigur in diesem äußeren Konflikt wiederfindet.

Hast du bereits über diese Elemente deiner Geschichte nachgedacht?
Sollte sich beim Lesen des letzten Abschnitts ein großes Fragezeichen vor deinem inneren Auge aufgetan haben – kein Problem, dann bist du eben einfach noch nicht bereit für das Plotten deines Romans. Beschäftige dich dann zunächst mit deiner Idee und verfeinere diese, bis du das Gefühl hast, mit dem Plotten starten zu können.
Schau doch dafür gerne mal in meine anderen Blogartikel oder buche ein unverbindliches Coaching mit mir. Vielleicht kann ich dir den Stupser in die richtige Richtung geben oder dir Ideen und Ansatzpunkte für die nächsten Schritte liefern.

Hast du bereits die zentralen Elemente einer Geschichte herausgearbeitet und weißt genau, was deine Charaktere ausmacht?
Super, dann kommen hier die nächsten Schritte auf dem Weg zur Handlungsstruktur deines Romans.

Solltest du dich eher zu den Panster zählen, hast du den Plot (also die Handlung) bereits im Kopf ausgearbeitet – auch dann kannst du mit dem Schreiben starten. Auch bei dieser Herangehensweise lohnt es sich, am Ende zu starten und den Spannungsbogen durchgehend im Blick zu haben.

Mit den genannten 3 Schritten schaffst du es, eine spannende Story zu schreiben. Denn:

Spannende Storys brauchen einen echten Plot!

Ein Tisch, auf dem ein Spiralblock mit Stift und eine Brille liegen. Daneben steht eine gefüllte Kaffeetasse in Lila. Auf dem Blog ist eine noch leere Mindmap zu sehen.

Welche Methoden gibt es, um einen Plot zu entwickeln?

Viele Schriftsteller haben sich im Laufe der Jahre mit dem Begriff Plot und auch mit verschiedenen Plotmethoden auseinandergesetzt. So sind Methoden wie die Heldenreise, die Schneeflocke, die 3-Akt- oder 5-Akt-Struktur, die 3-9-27-Methode und viele mehr entstanden. Dazwischen gibt es auch etliche Eigenkreationen verschiedenster Autoren und Autorinnen.

Bekannte Persönlichkeiten, die sich mit diesen Methoden beschäftigt haben, sind beispielsweise Carl Gustav Jung, der „geistige Vater“ der Heldenreise oder E. M. Forster, ein englischer Erzähltheoretiker, mit seinem 1927 veröffentlichten Werk „Aspects of the novel and related writings“.

Egal, welche Plotmethode zu letztlich wählst, es sind Modelle, an denen du dich orientieren kannst, aber nicht musst. Die 3-Akt-Struktur und die Heldenreise sind z. B. sehr ähnlich. Der Autor oder die Autorin, der oder die nach der Heldenreise arbeitet, hat letztlich auch als Ergebnis immer eine 3-Akt-Struktur umgesetzt. Nur beinhalten die 3 Akte eben die einzelnen Schritte der Heldenreise.

In einem späteren Blogartikel werde ich auf die einzelnen Plotmethoden näher eingehen. An dieser Stelle möchte ich dir die gängigsten Plotmethoden nur kurz vorstellen. Als Intro in die Welt des Plottens sozusagen … los geht’s.

Die 3-Akt-Struktur

Die Drei-Akte-Struktur (manchmal auch als 3-Akt-Struktur bezeichnet) kommt aus der Konzeption für Theaterstücke. Sie wird jedoch nicht nur in der Prosa eingesetzt, sondern auch in Drehbüchern adaptiert.

Syd Field lehrte in den 1980er-Jahren Drehbuchschreiben an der USC School of⁠ Cinematic Arts in Los Angeles. Fields Aufteilung eines Drehbuchs: die Drei-Akt-Struktur, angelehnt an Aristoteles und sein Werk „Poetik“. Poetik ist im Kern ein Lehrvortrag des Aristoteles über die Dichtkunst. Aristoteles lehrt die Grundlagen der Dichtung und exemplifiziert dies anhand zweier großer Dramenformen – der Tragödie und des Epos. Zentrale Begriffe wie die Mimesis, die Nachahmung der Wirklichkeit, sowie die Katharsis, das Auslösen eines emotionalen Reinigungsprozesses, sind wesentliche Komponenten seiner Theorie, die auch nach 2000 Jahren nicht an Bedeutung verloren haben. Noch heute ist die Drei-Akte-Struktur eine sehr beliebte und erfolgreiche Methode im Theater, im Film und auch bei Romanen.

Das Ziel dieser Struktur ist es, die Handlung in Einheiten zu unterteilen, die an Bedingungen geknüpft sind, sodass eine spannende und nachvollziehbare Handlung daraus resultiert. Diese Plotmethode unterteilt das Buch, wie sollte es anders sein, in drei Akte: die Exposition (Einleitung, die Konfrontation – Hauptteil) und die Resolution (Auflösung bzw. Schluss). Am Ende des 1. und 2. Akts befindet sich jeweils ein Wendepunkt.

Die Heldenreise

Kurz und Knapp: Die Heldenreise ist der abenteuerliche Weg des Helden oder Protagonisten in die eigenen inneren Abgründe, der Weg zu sich selbst.

Joseph Campbell und Christopher Vogler haben sich besonders mit dieser Methode auseinandergesetzt. Campbell’s Buch „Der Heros in tausend Gestalten“ zeigt vieles auf – was gehört zu einem Helden und wie kann die Reise eines Helden aussehen. Sehr zu empfehlen!

Die Heldenreise und ihre Dramaturgie unterteilt sind prinzipiell in drei Akte. (Oh ha, da haben wir es schon – so strikt kann man die einzelnen Methoden nicht voneinander trennen). Die 3 Akte sind: „Der Aufbruch“, „Im Land der Abenteuer“, „Die Rückkehr“, mit insgesamt zehn (eigentlich zwölf) Stationen nach Christopher Vogler und 17 Stationen nach Joseph Campbell. Die ersten Stationen beschreiben die aktuelle Situation der Hauptfigur (1. Akt) und nehmen die Lesenden mit in die Welt des Protagonisten. Der Hauptcharakter wird vorgestellt und der zentrale Konflikt wird deutlich. Der Protagonist entscheidet sich, in den Folgestationen ein Wagnis einzugehen und sich ins Abenteuer zu stürzen, er übertritt die Schwelle in eine noch „geheime“ Welt – Akt 2: im Land der Abenteuer. Der Protagonist besteht die Prüfungen, die von ganz unterschiedlicher Natur sein können. Nicht immer kämpft hier ein Held gegen einen Drachen ;-). Es können auch Konflikt sein, die sich auf das Innere des Protagonisten beziehen, oder Konflikte mit einer anderen Person. Zum Schluss (3. Akt) kehrt der Held wieder in die gewohnte Welt zurück. Er hat sich verändert und es wird ihm in Zukunft besser gelingen, neue Herausforderungen anzunehmen, und sich wieder auf einen Entwicklungsweg zu begeben. Die Spannung klingt langsam ab.

Die Schneeflockenmethode

Die Schneeflockenmethode wurde von dem US-amerikanischen Physiker und Schriftsteller Randy Ingermanson 2014 erfunden, um Autoren und Autorinnen das Plotten ihrer Bücher zu erleichtern. Sie besteht aus 10 Schritten, die aufeinander aufbauen und miteinander verbunden sind, sodass sie in ihrer Struktur an eine Schneeflocke erinnern. ⁠

Bei dieser Methode werden Autoren und Autorinnen stark „an die Hand genommen“ und durch die Entwicklung eines Plots geführt. Daher ist diese Methode auch sehr zeitintensiv und kann bei manchen Schreiberlingen so richtig das Gefühl des „harten Arbeitens“ aufkommen lassen.

Der Name ist hier Programm: Schneeflocken sind einzigartig, verstrickt durch komplizierte Verknüpfungen und dennoch perfekt. Genau das soll auch das Ergebnis dieser Plotmethode sein: eine einzigartige, verstrickte und dennoch perfekte Story. Es gibt nur eine Voraussetzung, bevor du mit der Schneeflockenmethode beginnen kannst: Du benötigst eine konkrete Idee – ansonsten wirst du durch die Methode durch alle 10 Schritte geführt.

Möchtest du einen tieferen Einblick in diese Methode bekommen?

Dann schau dir dieses gelungene Video von Kate Stark an:

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Brauche ich zwingend einen Plot?

Tja, das ist eine schwierige Frage, denn hier gibt es einfach unzählige Meinungen zu. Den Unterschied zwischen Autoren, die gerne und sehr detailliert plotten, und denen, die ohne Plotmethode mit dem Schreiben beginnen, hatte ich ja schon kurz angerissen. Als Panster bezeichnen sich Schreibende, die ohne Plotmethode (ACHTUNG! Ohne Methode, aber dennoch mit Handlungsstruktur, also Plot) arbeiten und das auch sehr bewusst so entschieden haben.

Dieses Video von Katharina Joos alias Die Schreibtechnikerin beschreibt den Unterschied ganz gut. 

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Und ja, auch so entstehen sehr gute Bücher bzw. Storys. Aber: Nicht jeder hat das Talent, einen Spannungsbogen beim Schreiben automatisch umsetzen zu können oder hat ein Händchen für Dramaturgie oder Storytelling.

Eines ist sicher: Schreiben ist ein Handwerk. Und ein Handwerk kann man lernen.

Eine der besten Möglichkeiten, um dieses Handwerk zu lernen, ist: das Schreiben nach einem Plotmuster und einer Plotmethode. Denn:

„Spannende Storys brauchen ein inneres & äußeres Thema, einen Protagonisten und einen Antagonisten, einen Plot, einen Helden, der handelt und auf die ‚Reise zu sich selbst‘ geht.“

Maria Koettnitz

Spannende Storys haben immer diese Bestandteile und spannende Storys haben immer bestimmte „Momente“ oder „Punkte“, die erfüllt werden müssen. Und mit „spannend“ ist hier nicht das Spannend im Sinne von Krimis, Thriller, Horror gemeint. Eine spannende Story ist eine Geschichte, die mich fasziniert, die mich in die Welt des Protagonisten eintauchen lässt, die es mir ermöglicht, die Gefühle des Protagonisten nachzuempfinden und die mich neugierig macht und fesselt.

Hast du also das Gefühl, die Dramaturgie und den Spannungsbogen etc. nicht aus dem Ärmel schütteln zu können, dann solltest du dich auf jeden Fall mit den Plotmethoden und -mustern beschäftigen und handwerklich an das Schreiben eines Romans herangehen.

Was versteckt sich hinter dem Begriff Plotlücke?

Plotlücken – was ist das eigentlich? Ganz einfach: Hast du schon mal ein Buch gelesen und dir gedacht: Häh, das verstehe ich jetzt nicht? Wo kommt die Person auf einmal her? Wie kommt es zu diesem Moment? War die Person nicht vorher eigentlich woanders?

Das sind Plotlücken. Oft wird auch von „plot holes“ gesprochen. Diese gibt es übrigens nicht nur in Romanen, sondern auch in Filmen.

Wortwörtlich übersetzt bedeutet es: Loch in der Geschichte. Beschrieben wird damit eine Lücke oder eine Ungereimtheit in einer Story, die der Logik der restlichen Handlung widerspricht. Das umfasst inkonsequente Inhalte wie unlogische, unwahrscheinliche oder unmögliche Ereignisse und Aussagen.

Beispiele für Plotlücken sind:

Warum sind Frodo und Sam nicht gleich mit dem Adler nach Mordor geflogen, der sie schlussendlich rettet?

Wieso musste Jack sterben? Da schien doch genug Platz auf der Planke zu sein oder Rose und er hätten sich abwechseln können.

Du siehst, auch mit Plotlücken kann ein Roman oder ein Film zum Bestseller werden. Aber bei deinen Leser*innen entsteht so ein kurzer Moment des Innehaltens. Und machen Leser*innen legen ein Buch zur Seite, wenn sie über mehr als eine Plotlücke stolpern.

Wie kannst du also Plotlücken überprüfen?

Am einfachsten ist es, andere Personen auf dein Manuskript schauen zu lassen. Das können sowohl Testleser*innen, Familienmitglieder oder aber auch ein*e Lektor*in oder ein Coach sein.

Eine andere Möglichkeit ist, das Manuskript für eine Weile zur Seite zu legen und dich mit etwas anderem zu beschäftigen. Danach nimmst du es wieder zur Hand und liest Szene für Szene wie deine Leser*innen durch. Dabei hältst du die einzelnen Szenen schriftlich in einer sehr kurzen Zusammenfassung fest und schreibst alles auf, was dir auffällt. Dinge, die erwähnt werden. Informationen, die auf einmal auftauchen. Alles, was auch einen Leser oder eine Leserin aufhorchen lassen würde.

Der Szenentracker – eine Variante der Plotprüfung

Du würdest gerne deinen Plot gerne zunächst allein überprüfen und erst im Anschluss dein Manuskript an Testleser*innen oder eine*n Lektor*in geben?
Kein Problem, das ist absolut verständlich. Gerade bei dem eigenen „Buch-Baby“ ist es oft schwierig, dieses das erste Mal aus der Hand zu geben.

Als Lektorin biete ich selbst Plotprüfungen an. Und dabei hat sich für mich die Methode des Notierens in einem Szenentracker als gute Variante herausgestellt. Grundsätzlich gehe ich beim Lektorat so vor, dass ich das Manuskript zunächst komplett lese und alles, was mir auffällt, in einem solchen Szenentracker festhalte. Es ist auf jeden Fall eine Methode, an die man sich erst gewöhnen muss, aber sie ist eben – gerade wenn man alleine an solchen Prüfungen arbeitet – sehr hilfreich.

Hast du keine Idee, wie ein solcher Szenentracker aussehen könnte? Nimm dir am besten ein Tabellenprogramm und schreibe in die obersten Spalten die verschiedenen Punkte, die du dir genauer anschauen möchtest. Und dann füllst du einfach Zeile für Zeile (eine Zeile = eine Szene) alles aus.

Möchtest du eine Vorlage für einen solchen Szenentracker haben? Sehr gerne stelle ich dir meine Vorlage zur Verfügung. Schreib mir doch dafür einfach eine E-Mail an lektorat@sabrinasiemons.org oder abonniere meinen Newsletter über das nachfolgende Formular. Dann bekommst du automatisch meine Vorlage zugeschickt.

Ein Bild von einer Unibibliothek, in der in weißen Regalen unzähliche Fach- und Sachbücher zu sehen sind.

Gibt es einen Plot nur in der Belletristik?

Die Frage solltest du inzwischen beantworten können. 😉 Allein schon durch die Definition eines Plots: Der Plot einer Geschichte ist ganz einfach ihr Handlungsablauf.

Und auch ein Sachbuch hat einen Handlungsablauf. Zudem gibt ein Plot einer Geschichte Struktur. Einer Geschichte, genau!

Im Fall eines Sachbuchs hat der Leser oder die Leserin es mit der Vermittlung von Wissen, von Fakten, von Tatsächlichem zu tun, das stimmt. Daher unterscheidet sich die hier geforderte unterhaltende Erzählweise natürlich von jener, die in der Belletristik oder in Spielfilmen gefordert wird. Alles, was in Sachbüchern erzählt wird, hängt immer direkt mit Wissen, Fakten und Tatsächlichem zusammen.

Aber das reicht nicht, denn damit ein Sachbuch unterhält, muss es eine Verbindung zwischen der aktuellen Situation des Lesers oder der Leserin geben. Es braucht eine persönliche Beziehung. Passiert das nicht, ist die Lektüre wenig unterhaltsam, was für ein Fachbuch okay wäre, nicht jedoch für ein Sachbuch. Um eine solche Verbindung zur aktuellen Situation des Lesers oder der Leserin herzustellen, müssen sie dazu gebracht werden, daran zu glauben, dass alles, was im Sachbuch erzählt wird, mittelbar oder unmittelbar mit ihrem eigenen Leben zu tun hat. Bei einem guten Sachbuch muss der Leser oder die Leserin „mitgenommen“ werden, abgeholt werden. Als Autor*in eines Sachbuchs weißt du etwas, was der Leser oder Leser*in nicht weiß. Du bist ein wenig wie ein*e Fremdenführer*in, der oder die den Leser mit etwas Neuem bekannt macht.

Und diese Punkte gilt es herauszukitzeln. Dafür muss man sich diesen jedoch erst bewusst werden und genau dafür ist ein Plot die ideale Grundlage. Wie muss die Handlung meines Sachbuchs sein, damit ich meine Leser*innen abhole und wie ein* Fremdenführer*in in eine neue Welt begleite? Wie erstelle ich das Konzept und die Gliederung? Welche Punkte sind Auslöser und welche Lösungen?

Du siehst, ein Plot ist auch außerhalb der Belletristik ein wichtiges Instrument. Es wird nur einfach in einer anderen Art und Weise genutzt.

Ich hoffe, mit diesem Artikel weißt du nun, was hinter dem Begriff „Plot“ steht und dass es zwar nicht zwingend ist, eine Plotmethode zu nutzen, um ein gutes Buch zu schreiben, dass es aber sinnvoll sein kann, sich damit zu beschäftigen. Und du weißt, dass es keinen Roman ohne Plot gibt – denn einen Handlungsablauf gibt es immer.

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