Einen Roman schreiben: von der Idee zum Buch

Einen Roman schreiben. Foto: Ein Behälter mit blauer Tinte steht auf einem Buch, das auf einem Tisch liegt. Daneben liegt ein Zettel mit dem Text: The End. Alles ist mit blauer Tinte besprenckelt. Bildtext: Ein Buch schreiben. Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zum eigenen Buch!

Ich habe schon als Kind davon geträumt, einmal einen Roman zu schreiben und meine eigene Welt zu erdenken und zu entwickeln. Okay, als Kind ist vielleicht etwas übertrieben – meine erste Rohfassung habe ich mit 12 Jahren geschrieben.

Holztisch mit Buch Garn und Glasvase mit verblühten Blumen

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Inhalt

Damals hatte ich mir von meinem lange zusammengesparten Geld den ersten PC gekauft – secondhand und es liefen auch mehr oder weniger nur Word und ein paar andere Basisprogramme. Aber mir war das egal – ich brauchte gar nicht mehr. In Word habe ich mir eine schöne Schrift rausgesucht und angefangen zu schreiben. Das Ergebnis: 150 Seiten Liebesroman. Und das mit 12 – ehrlich, ich hatte keine Ahnung von Liebesromanen.

Schon damals habe ich festgestellt, dass nur eine gute Idee nicht für einen guten Roman ausreicht und niemand einen kompletten Roman einfach so aus dem Boden stampft. Wenn aus einer Eingebung irgendwann ein Buch werden soll, braucht es vor allem Ausdauer, Organisation und Unterstützung.

Heute, als freie Lektorin, die zusammen mit Autoren und Autorinnen an vielen verschiedenen Manuskripten gefeilt hat, weiß ich das ziemlich sicher. Und trotzdem gilt: Viele Wege führen nach Rom! Und das gilt auch für Bücher – egal ob belletristisches Werk oder Expertenbuch. Viele Wege führen zu einem fertigen Buch.

Manche Autoren und Autorinnen beginnen mit einer Szene in der Mitte der Geschichte, die ihnen gerade eingefallen ist, andere starten mit einer Figur. Vielleicht gibt es eine bestimmte Person, die sie in der U-Bahn beobachtet haben und die sie inspiriert hat. Genauso gut kann ein*e Autor*in für jedes Buch eine eigene Herangehensweise entwickeln.

In diesem Artikel möchte ich dir meinen Weg näher bringen und dir so Anregungen für deinen Weg geben. Sozusagen als erste Orientierung. Du kannst der hier beschriebenen Reihenfolge folgen, du kannst aber auch einfach loslegen und den Prozess im Laufe der Zeit anpassen.

Schritt 1: Einen Roman schreiben heißt zunächst, eine Idee entwickeln und Inhalte recherchieren

Die besten Ideen liegen meistens direkt vor der Nase. Oft beobachten wir bestimmte Szenen, denken über einen Moment in unserem Leben nach oder sehen respektive lesen etwas in den Medien – sei in der Zeitung, im Fernsehen oder im Buch. Irgendetwas triggert unser Gehirn, lässt uns kurz aufhorchen und dann … weg ist es. Schade, vielleicht hätte daraus die perfekte Geschichte werden können.

Kennst du dieses Gefühl? Einen Gedanken gehabt zu haben, der etwas Tolles oder Großes hätte werden können? Die perfekte Story für dein Buch? Dann bist du auf deinem Weg zum Roman schon einen wichtigen Schritt gegangen. Die erste Aufgabe eines Schriftstellers ist die genaue Beobachtung der Umwelt. Nur wer genau beobachtet, ist hinterher auch in der Lage detailliert zu beschreiben. Die zweite Aufgabe ist es, die Inspiration nicht wieder verschwinden zu lassen. Perfektes Hilfsmittel dafür sind Notizbücher.

Ich bin ein großer Fan von Notizbüchern. Daher auch meine klare Empfehlung: Lege dir ein Notizbuch für deine Ideen an. Dieses Notizbuch solltest du immer bei dir tragen und ihm außerdem einen festen Platz auf dem Nachttisch reservieren, denn viele hervorragende Ideen kommen während wir träumen oder uns im Dämmerzustand zwischen Wachsein und Schlafen befinden.

Notiere die Ideen, wie es für dich am einfachsten oder sinnvollsten erscheint. Das können etwa Stichpunkte, Zeichnungen oder kleine Doodles sein. Auch ganze, ausformulierte Absätze sind möglich. Probiere verschiedene Dinge aus und hüte dieses Büchlein wie einen Schatz. Lass deinen Gedanken freien Lauf, schreibe alles hinein, was dir auffällt – Beobachtungen im Park, Gespräche, Veränderungen in der Natur, Gebäude, die dir besonders gut gefallen etc. Vielleicht merkst du auch schon, dass bestimmte Beobachtungen gut zusammen passen, dass sich in deinem Kopf eine Idee entwickelt. Dann ist der Punkt erreicht, an dem du das Notizbuch ein paar Tage ruhen lässt – vielleicht auch ein paar Wochen. In dieser Zeit kann deine Idee reifen und sich in deinem Kopf weiterentwickeln.

Tipps zur Suche nach Inspiration:

Ideen für dein Buch festhalten und einen Schatz aufbauen! Foto: Eine Person sitzt an einem Tisch und schreibt in ein Notizbuch. Es stehen noch eine Tasse und ein Bilderrahmen auf dem Tisch. Bildtext: Ideen festhalten und einen Schatz aufbauen!

Schritt 2: Deiner Idee Struktur geben & recherchieren

Hast du alles aufgeschrieben und deine Stichpunkte haben dich zu einer Idee geführt, die dich nicht mehr loslässt? Dann ist es jetzt an der Zeit, mithilfe von Mindmapping, Brainstorming oder Plot-Methoden aus deiner Idee eine erste Struktur für deine Geschichte zu entwickeln.

Viele definieren diesen Schritt als optional – für mich ist er das nicht und inzwischen weiß ich, dass die wenigsten Schriftsteller einfach so drauf losschreiben, sondern ihre Geschichten vorbereiten. Das heißt, schon vor dem eigentlichen Schreiben werden die Figuren inkl. Hintergrund entworfen und das Grundgerüst der Handlung, also der Plot erarbeitet.

In dieser Phase rufst du dir am besten alle deine Notizen erneut ins Gedächtnis und machst erste Versuche, diese in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Basis dieser Arbeit ist dein Ideen-Notizbuch. Greife Ideen, Stichworte, Zeichnungen heraus und erstelle ein digitales Dokument, wie zum Beispiel eine Worddatei, oder nutze ein neues Notizbuch und halte einzelne Szenen fest, definiere deine Figuren – vielleicht sogar mit passenden Bildern und plotte deine Geschichte in den Grundzügen vor.

Welche Plot-Methoden es gibt, was genau das eigentlich ist und welche vielleicht für dich geeignet sein könnte, erfährst du in einem meiner nächsten Artikel.

Kurzer Hinweis: Meines Erachtens ist es wichtig, der Idee eine Struktur zu geben. Ich bin auch fest der Meinung, dass das alle Autoren und Autorinnen auf ihre eigene Art und Weise machen. Natürlich muss das nicht immer ein bis ins kleinste Detail ausgearbeiteter Plot sein – auch eine grobe Struktur reicht schon, um zu wissen, was mit den Figuren passieren und „wohin die Reise gehen soll“. Es gibt auch Autoren und Autorinnen, die „ohne Plot“ arbeiten: die Discovery Writer oder auch Panster haben oft nur eine ungefähre Idee und schreiben dann munter drauf los. Ohne Plot heißt aber nicht unbedingt auch ohne Struktur. 😉

Stelle dir in dieser Phase folgende Fragen:

Hast du eine Idee im Kopf, die in einer Zeit spielt, mit der du dich nicht so gut auskennst? Hast du das Gefühl, nicht genug über eine bestimmte Region zu wissen? Dann solltest du für den Hintergrund deiner Story recherchieren, denn die Recherche ist der Weg zur Glaubwürdigkeit. Je nach Thema und Handlung kann die Recherche unterschiedlich aufwendig werden. Es ist nur logisch, dass du dir als Autor*in dadurch häufig viel mehr Wissen aneignest, als du für dein Buch tatsächlich brauchst. Das ist gut, denn je mehr Grundwissen vorhanden ist, desto dichter und glaubwürdiger kannst du deine Geschichte erzählen. Achte aber darauf, keinen „Infodump“ zu betreiben, also darauf, offensichtlich flüchtig angelesene Informationen einfach plump nacheinander im Buch abzuladen.

Wichtig bei der Recherche:

Sortiere und strukturiere die Ideen für dein Buch! Foto: Ein Mann steht vor einer Wand mit vielen Zettel auf denen Grafiken und Text zu sehen ist. Bildtext: Sortiere und strukturiere deine Idee!

Schritt 3: Erstelle deine erste Rohfassung & starte dein Marketing

Nun kann es endlich mit dem Schreiben losgehen. Ein heikler Moment und für viele Autor*innen mit verschiedenen Hindernissen verbunden. Die zwei größten Hindernisse sind wohl die Perfektion und eine „Schreibblockade“.

Um das Thema Perfektion gleich vorwegzunehmen: Niemand erwartet von dir, dass du gleich im ersten Anlauf einen Bestseller aus dem Nichts aufschreibst! Schon Ernest Hemingway wusste: „Der erste Versuch ist immer Mist.“ In dieser Phase schreibst du einen ersten Entwurf, sozusagen eine Finger- und Schreibübung. Du erstellst das Rohmaterial für die nächsten Schritte. Kurz gesagt: Der erste Entwurf ist (fast) nie gut und davon solltest du dich auf keinen Fall entmutigen lassen.

Versuche, den Perfektionismus im Zaum zu halten, und sein nicht so kritisch zu dir selbst. Und zum „im Zaum halten“ gehört es auch, nicht alles, was du geschrieben hast und dir nicht gefällt, gleich zu löschen. Am besten ist es, wenn du dich komplett auf das Schreiben einlässt und keinen zweiten Blick mehr auf den Text wirfst, bis der erste Entwurf komplett fertig ist. Puh, fühlt sich total komisch an, oder? Glaub mir, es bringt wirklich tolle Texte zutage und lohnt sich auf jeden Fall. Lege danach deine erste Fassung erst mal weg. Lass deinem Kopf Zeit, sich ein wenig von der Geschichte abzunabeln und aus dem Tunnelblick herauszukommen. Nach etwas Zeit (wie viel Zeit liegt ganz bei dir) stellst du vielleicht fest, dass der Text gar nicht so furchtbar ist, wie du im ersten Moment gedacht hast. Stattdessen hast du jetzt eine relativ gute Arbeitsgrundlage und kannst anfangen, die Rohfassung hin zum Manuskript zu verfeinern.

Okay, und was ist, wenn ich eine Schreibblockade habe? Ich bin überzeugt, eine „Schreibblockade“ ist ein Mythos. Eher sind es ganz unterschiedliche Schwierigkeiten, die unter diesem Begriff zusammengefasst werden. Zwei Phänomene, die oft als Schreibblockade definiert werden, sind die Angst vor dem weißen Blatt und vor dem inneren Kritiker.

Überfällt dich der innere Kritiker während des Schreibens? Sät er Zweifel und ärgert dein Selbstwertgefühl? Dann hilft nur eins: Ablenkung. Mache Sport, lese ein Buch oder höre Musik – versuche irgendwie den Kopf freizubekommen und neue Motivation zu finden. Ist dein innerer Kritiker dadurch langfristig nicht in den Griff zu kriegen, dann hilft häufig ein gutes Zeit- und Selbstmanagement. Mache das Schreiben zur notwendigen Gewohnheit. Integriere es als festen Bestandteil in deinen Tag und halte dich an diese Zeiten. Tipps und Tricks zum Zeit- und Selbstmanagement für Autoren und Autorinnen findest du in meinem Blogartikel.

Jetzt zur Angst vor dem weißen Blatt: Niemand hat gesagt, dass du auf einem weißen Blatt – egal ob Papier oder Schreibprogramm – starten musst. Du kannst auch irgendwas schreiben – und wenn du schreibst „Dies ist der erste Satz und ich schreibe später etwas richtig Gutes hierhin, aber momentan fällt mir nichts ein.“ Nimm dir diese Angst einfach, indem du etwas aus dem Internet hierher kopierst oder ein Zitat einfügst – egal, was es ist, es wird dir dabei helfen, mit dem Schreiben anzufangen.

Tipps auf dem Weg zur Rohfassung:

Ach ja, und solltest du dich gegen eine Selbstveröffentlichung und für einen Verlag entschieden haben, dann fange am besten in diesem Moment an (evtl. auch schon bei 50 % erstellter Rohfassung), dein Exposé an die Verlage oder Agenturen zu versenden.

Und, was du auf jeden Fall bereits in dieser Phase starten solltest, ist dein Marketing. Erzähle der Welt von deiner Buchidee! Stelle deine Figuren vor, teile ein Zitat oder eine gelungene Szene – vielleicht auch nur einen prägnanten Satz aus der Szene – mit. Lasse deine Leser*innen über den Titel und vielleicht auch später über das Cover abstimmen etc. Binde deine zukünftigen Leser*innen so früh wie möglich in den Entstehungsprozess deines Buchs ein – schüre Erwartungen … spiel mit ihrem Interesse und wecke ihre Neugierde. Vergiss dabei aber nicht, dich selbst als Autor*in zu vermarkten. Erzähle etwas über dich, gebe kurze Einblicke in deine Persönlichkeit, vernetze dich mit anderen Autoren und Autorinnen, Bloggern und Leser*innen und baue dir ein Netzwerk aus. Dieses Netzwerk kannst du dann für dein nächstes Werk perfekt nutzen. 😉

Möchtest du dich mit dem Thema Autoren- oder Buchmarketing stärker auseinandersetzen? Dann empfehle ich dir das Buch „Marketing für Autor*innen“* von Anja Niekerken oder die Webseite von Helen Schmidt.

Schritt 4: Der Start in die richtige Textarbeit ...

Der erste Entwurf ist fertig und mit dem jetzt folgenden Schritt wandelt sich deine Rohfassung in ein Manuskript. Bevor das passieren kann, brauchst du jedoch etwas Abstand zum Text und zur Geschichte. Wieder einmal heißt es: Lass die Geschichte ruhen. Wie lang dieser Zeitraum ist – ob du nur eine Nacht darüber schläfst, ein paar Tage oder ein paar Wochen wartest -, hängt von dir selbst ab.

Danach geht es so richtig los: auf in die Überarbeitung deines Textes! Auch hier gibt es verschiedene Wege und jede*r Autor*in entwickelt eine eigene Vorgehensweise. Am Anfang ist es sinnvoll, die Struktur respektive den Plot durchzugehen und zu prüfen, ob alles sinnvoll zusammen passt. Lies dir dein Manuskript noch einmal durch und streiche alles an, was dich stört. Schreibe Passagen um, streiche Szenen heraus, verfeinere Sätze und merze Rechtschreibfehler aus, die dir beim Durchlesen auffallen. Auch hilft es, sich den Text selbst vorzulesen, das Schriftbild zu ändern oder den Text auszudrucken, um buchstäblich einen neuen Blick darauf zu bekommen.

Wichtig ist, zuerst mit der inhaltlichen Überarbeitung zu beginnen und dich nicht in Einzelheiten zu verlieren. Außerdem kann es helfen, sich zunächst auf bestimmte Aspekte zu konzentrieren und andere Dinge erst mal außer Acht zu lassen. Für den Inhalt bedeutet das, dass du Fragen nachgehst, wie: Sind die Zusammenhänge logisch? Ist die Motivation der Figuren und die daraus resultierende Handlung nachvollziehbar? Dabei kannst du auf Szenen-Ebene oder auf Kapitel-Ebene arbeiten. Streiche zunächst alle irrelevanten Kapitel/Szenen und schreibe dann alle Szenen/Kapitel neu oder überarbeite die, bei denen du Plotfehler festgestellt hast.

Im Anschluss folgt die Überprüfung des Sprachflusses. Hier achtest du zum Beispiel auf Wortwiederholungen. Stelle dir Fragen wie: Habe ich Lieblingswörter, die ich überdurchschnittlich oft verwende? Zum Schluss korrigierst du Tipp-, Grammatik- und Rechtschreibfehler.

Tipps für die Überarbeitung deines Manuskriptes:

Möchtest du dein Buch selbst veröffentlichen? Dann ist es in dieser Phase an der Zeit, Kontakt zu einem Designer aufzunehmen und das Cover für dein Buch in Auftrag zu geben. Wieso gerade jetzt? Die Entwicklung eines passenden Titelbildes benötigt Zeit. Da du dein Cover vor Veröffentlichung brauchst, ist es besser, den Auftrag schon früh zu platzieren. Zudem hast du deine Geschichte jetzt in einer Phase, in der du dem oder der Designer*in genau sagen kannst, welche Elemente für das Cover wichtig sind. So kann das Cover passend zu deiner Story angefertigt werden. Und, du kannst das Cover für Werbemaßnahmen und für deine Social-Media-Kanäle nutzen. Je früher es fertig ist, desto früher kannst du damit rausgehen und die Leser*innen für dich gewinnen. Wurde dein Buch von einem Verlag übernommen, kümmert sich der Verlag um das Cover. Sprich am besten mit deiner Kontaktperson ab, wann du das Cover erhältst und ab wann du es zeigen darfst.

Den Rotstift ansetzen ... Foto: Ein roter Kugelschreiber liegt auf einem ausgedruckten Text. Einzelne Wörter sind rot unterstrichen. Bildtext: Den Rotstift ansetzen ...

Schritt 5: Zeige dein Manuskript ersten Testlesern

Dieser Schritt ist tatsächlich optional. Ich persönlich finde jedoch, dass Testleser ein wichtiges Instrument im Schreibprozess sind. Inzwischen – vielleicht auch von Anfang an – ist klar, zu welchem Genre dein Manuskript gehört. Ist es ein Krimi, ein historischer Roman, ein Liebesroman oder High Fantasy?
Vermutlich liest du selbst gerne Bücher aus dem Bereich, in dem dein Manuskript eingeordnet werden kann – vielleicht aber auch nicht. So oder so Leser*innen haben eine bestimmte Erwartung an ein Genre und damit auch an die Geschichte. Ein Krimi, der sich zu 90 % mit dem Privatleben des Kommissars beschäftigt, wird nicht die Erwartungen der Leser*innen befriedigen.

Indem du dein Manuskript Testlesern zur Verfügung stellst, kannst du überprüfen, ob die Erwartungen, die Titel, Klappentext und Cover bei den Leser*innen erzeugen, erfüllt werden. Titel, Klappentext und Cover lassen immer auch auf das Genre schließen. Ist das Cover dunkel und zwielichtig gestaltet, der Titel so gewählt, dass ein wenig Nervenkitzel aufkommt und aus dem Klappentext wird klar, dass es um die Verfolgung eines Täters geht? Dann erwartet der Leser oder die Leserin einen Krimi oder einen Thriller. Mit dieser Erwartung starten auch die Testleser*innen in deinen Roman – genauso wie es Leser*innen im Buchhandel tun werden. Die Rückmeldungen der Testleser*innen sind also Gold wert.

Achte darauf, dass du deinen Testleser*innen nicht nur das Manuskript übergibst, sondern auch eine feste Deadline setzt und sie darauf hinweist, dass sie das Manuskript nur für das Testlesen nutzen dürfen. Wichtig auch: Das Testlesen kommt zeitlich immer vor dem Lektorat! Das Lektorat sollte für den Inhalt deiner Geschichte die abschließende Kontrolle sein.

Wichtig beim Einbinden von Testlesern:

Nachdem du das Feedback aller Testleser erhalten hast, arbeitest du die Anmerkungen ein, die dir sinnvoll erscheinen. Danach geht es auf in den Endspurt.

Schritt 6: Lass dein Manuskript von jemand anderem überarbeiten!

Jetzt kommt ein aufregender Moment, denn jetzt geht dein Manuskript das erste Mal an eine fremde Person, die schon viele Bücher gelesen hat und mit einem professionellen Blick auf dein Manuskript schaut. Diese fremde Person ist dein*e Lektor*in und er oder sie wird dein Buch nicht nur lesen, sondern auch kritisieren und Verbesserungsvorschläge machen. Neben den Testleser*innen ist ein*e Lektor*in eine*r der wichtigsten Prüfschritte für dein Manuskript: eine Art Test für das Potenzial deines Buchs.

Ich weiß, wie schwierig dieser Schritt für viele Autoren und Autorinnen ist. In meinen Coachings geht es oft darum, dass ein wenig Angst vor den Rückmeldungen aus dem Lektorat besteht. Dabei solltest du dir jedoch vor Augen halten, dass du diese Person dafür bezahlst, dass sie dein Manuskript durcharbeitet und kritisches Feedback gibt. Egal, was diese Person sagt, es geht nicht gegen dich als Autor*in. Im Gegenteil: Ein*e Lektor*in arbeitet mit dir zusammen, um aus deinem Manuskript ein richtig gutes Buch zu machen. Ein Buch, das deine Leser*innen lieben werden.

Auch hier ist der Prozess ähnlich wie bei den Testlesern: Aus dem Lektorat erhältst du dein Manuskript mit vielen Anmerkungen zurück. Diese schaust du dir an und arbeitest sie – wenn für dich okay sind – in dein Buch ein. Du musst nicht jede Anmerkung aus dem Lektorat übernehmen. Es ist dein Buch und du als Autor*in entscheidest darüber, wie die Geschichte verläuft.

Wie du siehst, durchläuft dein Buch ohnehin einige Überarbeitungsrunden, bis es fertig ist. Du musst also weder deine Rohfassung schon perfekt formulieren, noch bei der ersten Überarbeitung alles druckreif hinbekommen.

Nun folgt im Anschluss ein Korrektorat. Es gibt viele Artikel darüber, was der Unterschied zwischen einem Korrektorat und einem Lektorat ist. Kurz zusammengefasst. Ein Korrektorat prüft dein Manuskript auf Tipp-, Rechtschreib- und Grammatikfehler. Bei einem Lektorat geht es vielmehr um den Plot, die Struktur, die Erzählweise, die Figuren – also um das Inhaltliche. Korrekturen von Tippfehlern etc. wirst du im lektorierten Dokument zwar auch finden, es handelt sich dabei aber nicht um die Aufgabe eines Lektors oder einer Lektorin.

Beachte auch, dass ein Buch nicht nur aus der Geschichte selbst besteht. Es gehören noch weitere Elemente dazu: der Klappentext, eine Widmung oder Danksagung, ein Autorenprofil etc. Lass auch diese Bestandteile im Korrektorat überprüfen bzw. bespreche den Klappentext schon mit deinem Lektor oder deiner Lektorin.

Tipps zum Lektorat und zum Korrektorat:

Schritt 7: Geschafft - auf zur Veröffentlichtung!

Je nachdem, ob du dich für eine Veröffentlichung über einen Verlag oder im Selfpublishing entschieden hast, verläuft dieser Schritt ganz unterschiedlich.

Arbeitest du mit einem Verlag zusammen, übernimmt dieser die Veröffentlichung.
Kurz vor der Veröffentlichung bekommst du dein Autorenexemplar zugeschickt: ein kleiner Blick zurück in die Vergangenheit und gleichzeitig in eine aufregende Zukunft! Wie wird es bei den Lesern und Leser*innen ankommen? Wird es in den Buchhandlungen zu sehen sein? Wird jemand zu den Lesungen kommen? Was sagen die Rezensenten? Wird die Auflagenhöhe richtig bemessen sein? Eine aufregende Zeit erwartet dich!

Im Selfpublishing jedoch warten noch viele weitere Schritte auf dich: die Erstellung der Druckdatei oder des E-Books, die Wahl einer Vertriebsplattform oder eines Versandanbieters, das Marketing und vieles mehr. Auch dies sind alles sehr spannende Schritte auf dem Weg zu deinem veröffentlichten Buch.
Ein Buch zu schreiben ist nicht einfach, aber auch die Veröffentlichung kostet Nerven. Wenn möglich, veröffentliche dann, wenn du am nächsten Tag frei hast. Nimm kein Koffein zu dir und achte darauf, dass keine wichtigen Telefonate, Familientreffen oder Sonstiges stattfinden. Du wirst nämlich hauptsächlich eins sein: unglaublich aufgeregt.

Vor allem aber gilt: Genieße deine erste Veröffentlichung. Du hast etwas ganz Besonderes geschaffen und darauf kannst du stolz sein. Nicht jeder hat die Ausdauer, die es braucht, um ein Buch zu schreiben, zu überarbeiten und es in die Welt hinauszuschicken. Dafür darfst du dich feiern und feiern lassen.

Und das Beste:

Der Endpunkt dieser Reise ist der Start von etwas Neuem.

Sabrina

S·A·B·R·I·N·A Einen Roman schreiben: von der Idee zum Buch Roman schreiben
Endlich ... dein Buch ist fertig! Foto: Eine Person steht vor einer geöffneten Kiste mit Büchern. Ein Buch hat die Person herausgenommen und hält es in den Händen. Bildtext: Endlich ... dein Buch ist fertig!

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